Wohngemeinschaft (WG)

Wohngemeinschaft (WG)

Es gibt drei Möglichkeiten, einen WG-kompatiblen Mietvertrag abzufassen. Dabei können jeweils für den Mieter oder den Vermieter der Wohngemeinschaft bestimmte Nachteile bestehen.

Für Studenten, Singles oder Senioren kann das Leben in einer Wohngemeinschaft mit Vorzügen verbunden sein. Ein wichtiges Argument ist dabei sicherlich, dass sich im Vergleich zu einer Singlewohnung oftmals die Mietkosten reduzieren lassen.

Rein mietrechtlich gesehen können sich bei einer WG insbesondere bei der Frage, wer für was haftet Komplikationen ergeben. So gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten, einen WG-kompatiblen Mietvertrag abzufassen, wobei jeweils für den Mieter oder den Vermieter bestimmte Nachteile bestehen können.

1. Wohngemeinschaft mit Hauptmieter und Untermietern

Zum einen besteht die Möglichkeit, dass lediglich ein Mieter mit dem Vermieter den Mietvertrag abschließt. In diesem Fall werden die anderen Mitglieder der Wohngemeinschaft Untermieter des Mieters. Die Konsequenz hieraus ist jedoch, dass der eine den Vertrag unterschreibende Mieter für die gesamte Miete haftet. Zahlen andere Mitbewohner die Miete nicht, kann sich der Vermieter grundsätzlich am Hauptmieter schadlos halten. Zwar kann dieser das Geld von seinen Untermietern einklagen. Dies verspricht jedoch nur Erfolg, wenn diese zahlungsfähig sind. Weiterer Pferdefuß für den Hauptmieter: Auch wenn einzelne WG-Zimmer zwischenzeitlich leer stehen, haftet er für die gesamte Miete, denn er ist Hauptmieter der gesamten Wohnung.

Für die Untermieter besteht das Problem, dass eine gewisse Abhängigkeit zum Hauptmieter besteht. Nur dieser kann die Wohnung kündigen. Wenn dieser ausziehen will, sind die Untermieter auf das Wohlwollen des Vermieters angewiesen, das Mietverhältnis wie bisher fortzusetzen.

2. Wohngemeinschaft besteht nur aus Hauptmietern

Eine zweite Möglichkeit eines WG-Mietvertrags besteht darin, dass mit allen WG-Mitgliedern als Hauptmieter der Vertrag geschlossen wird. In diesem Fall haften alle Mieter gesamtschuldnerisch für die Miete. Das bedeutet: Zahlt einer der Mieter nicht, so kann der Vermieter von allen anderen Bewohnern der Wohngemeinschaft dieses Geld einklagen. Will der Vermieter das Mietverhältnis kündigen, so muss er allen Mietern kündigen. Auch einzelne Mieter können nicht separat ihre Zimmer kündigen – die Wohnung muss auch in diesem Fall von allen Mietern als Ganzes gekündigt werden.

Dieses Modell birgt ein nicht unerhebliches Risiko- und Konfliktpotenzial. So stellt sich unter anderem die Frage, was passiert, wenn die WG aufgelöst werden soll, zumal es eher unwahrscheinlich ist, dass alle Mieter gleichzeitig ausziehen. Diejenigen WG-Bewohner, die früher ausziehen wollen, können ja nicht separat kündigen und müssen schlimmstenfalls weiter die Miete zahlen. Deshalb sollten die WG-Mitglieder einen Vertrag aufsetzen, in dem diese Punkte genau geregelt sind. Zudem ist es durchaus keine Seltenheit, dass WG-Mitglieder, die heute noch Freunde sind, zu einem späteren Zeitpunkt erbittert streiten.

Da WGs meist auf Zeit angelegte Zweckgemeinschaften sind, müssen Vermieter in der Regel einen Mitgliederwechsel bei beiden Modellen akzeptieren. Das bedeutet aber nicht zwingend, dass sie jeden Nachmieter akzeptieren müssen, insbesondere wenn dieser für den Vermieter unzumutbar wäre (etwa, weil berechtigte Zweifel an seiner Zahlungsfähigkeit bestehen).

3. WG mit Einzelmietverträgen

Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, dass der Vermieter mit allen Mietern einzelne Mietverträge abschließt. Private Vermieter tun dies in der Regel nicht, da dies für sie nachteilig ist. Denn bei Leerstand bleibt die Miete für das jeweilige Zimmer aus und der Vermieter kann sich bei Mietausfällen nicht an andere Mieter wenden. Die Mieter hätten lediglich den Nachteil, dass sie sich bei einem Mieterwechsel den neuen Bewohner nicht selbst aussuchen können. Dieses Modell spielt eine gewisse Rolle bei Studentenwerken, die Vermieter sind.

13. Mai 2016 / von / in

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