Überbelegung

Überbelegung

Nach dem zweiten Weltkrieg kam es häufig vor, dass selbst große Familien in nur ein oder zwei Räumen leben mussten, denn Wohnraum war Mangelware. Heute würde man solche Verhältnisse als Überbelegung der Wohnung bezeichnen.

Eine Überbelegung ist dann gegeben, wenn nicht genügend Wohnfläche für jede Person vorhanden ist. Zwar mag es gewisse Ermessensspielräume geben, in der Rechtsprechung hat sich jedoch zumeist die Ansicht durchgesetzt, dass für jeweils zwei Personen ein Raum vorhanden sein sollte und dass für jede Person rund neun bis zehn Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung stehen sollten. Werden diese Werte unterschritten, so kann man von einer Überbelegung ausgehen.

Diese kann den Vermieter unter Umständen berechtigen, eine fristlose Kündigung auszusprechen. So urteilte beispielsweise das Landgericht München I (Az.: 14 S 20709/01). Im verhandelten Fall mietete zunächst eine dreiköpfige Familie eine 58 Quadratmeter große Drei-Zimmer-Wohnung. Nach und nach zogen aber noch weitere sieben Familienmitglieder ein. Zehn Personen auf 58 Quadratmetern sind zu viel. Die fristlose Kündigung des Vermieters war also rechtens.

13. Mai 2016 / von / in

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