Hausfriedensbruch

Hausfriedensbruch

Betritt der Vermieter unerlaubt die Wohnung seines Mieters, so begeht er einen Hausfriedensbruch.

Ein Mietwohnungseigentümer hat nicht das Recht, die Räumlichkeiten des Mieters ohne dessen ausdrückliches Einverständnis heimlich zu betreten. Tut er das, begeht er einen Hausfriedensbruch. Rechtlich gesehen ist dies nicht nur ein unzulässiger Eingriff in die Privatsphäre des Mieters, sondern laut Strafgesetzbuch eine Straftat.

In der Praxis wird der Vermieter wohl kaum gleich in den Knast kommen, wenn er heimlich die Mieterwohnung betritt. Allerdings muss er mit anderen negativen Konsequenzen rechnen. Etwa, dass sein Mieter fristlos kündigt. Dieses Recht gestand das Landgericht Berlin dem Mieter in einem Urteil auch dann noch zu, als zwischen Vorfall und Kündigung sechs Wochen Zeit lagen (Az.: 64 S 305/98).

Eine Ausnahme gibt es allerdings: Ist der Mieter abwesend, und der Vermieter muss eine akute Gefahr abwehren (etwa einen Wasserrohrbruch), so darf er die Wohnung betreten. Als Hausfriedensbruch kann eine solche Notfallmaßnahme nicht gewertet werden.

13. Mai 2016 / von / in

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diesen Artikel teilen

Teile diesen Artikel mit Freunden